Schlag auf Schlag, im doppelten Sinne. Bereits eine Woche nach der überaus erfolgreichen Teilnahme auf der Deutschen Drachenboot Meisterschaft in Brandenburg stand die nächste Herausforderung ins Boot. 21,5km Halbmarathon auf der Weser, veranstaltet durch die KSG-Minden.
 
Für die Speedform Dragons die dritte Teilnahme am sogenannten Mindener Wesermeilen-Cup in Folge, allerdings auch zum dritten Mal in anderer Konstellation. 2015 startete das Team im Smallboot über 12km, belegte Platz 1. Ein Jahr später dann erneut im High Performance Smallboot mit Rang 2. In diesem Jahr konnten im Vorfeld endlich ausreichend Teammitglieder motiviert werden, sodass im Standardboot mit 20 Paddlern gestartet werden konnte, womit sich dann aber auch die Strecke verlängerte.
 
Die Boote starteten stromabwärts in Vlotho im Abstand von 1 Minute. Aufgrund der ersten Teilnahme in dieser Klasse und aufgrund des Meldedatums bekam das Team die Startnummer 1. Die Favoriten aus dem Vorjahr starteten an Position 6 und 7. Herausforderung am Rande: Der Trainingsfokus lag in diesem Jahr lediglich auf den Strecken 200 – 4000m. Für einen Halbmarathon hatte niemand trainiert.
 
Unter dem Deckmantel „Demoralisierung“ ging es den ersten Kilometer mit überhöhter Schlagzahl auf die Strecke. Ziel: Abstand zu den Verfolgern erlangen und diese mürbe machen. Bereits nach wenigen Kilometern waren nur noch die eigenen Trommelschläge zu hören, welche aus den Biegungen der Weser reflektierten. Das Boot lief gut, konstanter Druck lag an und strömungsbedingt wurden Geschwindigkeiten zwischen 16 und 19km/h erreicht.
 
Letzte Herausforderung kurz vor dem Ziel: 180 Grad-Wende bei voller Fahrt und Endspurt 300m gegen die Strömung ins Ziel. Mit der Euphorie, die letzten Meter auch noch zu schaffen, ordentlich Adrenalin im Blut und dazu angetrieben durch das unbarmherzige Einpeitschen der Trommlerin wurde sich über die Ziellinie gekämpft.
 
In einer Zeit von 1 Std. 15 Min. und 5 Sek. siegten die Speedform Dragons mit einem Vorsprung von knapp 2 Minuten auf die Renngemeinschaft „Der wahre Norden“ und den Drittplatzierten, dem „Pro Team Hameln“. Immer wieder eine tolle Regatta und Dank gewonnen Wanderpokal wird man sich im nächsten Jahr sicher wiedersehen.
 
 
WAZ-online.de 10.10.2017